Alfalfa (Luzerne)
Ein altes "Blutreinigungsmittel" und Grünkraft-Tablettenprodukt, dessen einzige ernst zu nehmende Datenlage am Menschen – eine LDL-Senkung – aus dem Verzehr von rund 120 g Luzernesamen pro Tag stammt und nicht aus Tabletten. Es enthält außerdem L-Canavanin, eine Aminosäure, die mit Lupus-ähnlichen Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht wird; damit ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis für ein alltägliches Grünpräparat ungewöhnlich schlecht.
Was die Wissenschaft sagt
- Senkt den Cholesterinwert Begrenzte Evidenz
Der häufig zitierte Befund stammt aus einer kleinen Studie von 1987, in der Patienten mit Hyperlipoproteinämie Typ II dreimal täglich 40 g erhitzte Luzernesamen aßen und deutliche Abfälle von LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B zeigten, zurückgeführt auf Saponine, die Gallensäuren binden. Das sind rund 120 g Samen pro Tag bei acht Patienten – nichts, was den heute verkauften Blatttabletten zu 500-1000 mg entspräche, und es wurde nie in einer modernen kontrollierten Studie bestätigt.
- Lindert Wechseljahresbeschwerden über Phytoöstrogene Begrenzte Evidenz
Luzerne enthält Cumestrol und weitere Cumestan-Phytoöstrogene, was der Grund für ihre Aufnahme in Wechseljahresmischungen ist; keine ausreichend kontrollierte Studie hat Luzerne jedoch allein auf Hitzewallungen oder irgendein anderes Wechseljahresergebnis geprüft. Ihr Gehalt an östrogen wirksamen Stoffen ist bei hormonempfindlichen Erkrankungen zudem eher ein Grund zur Vorsicht als zum Vertrauen.
- Entgiftet oder "reinigt das Blut" Begrenzte Evidenz
Für diese überlieferte Behauptung gibt es in keiner Dosierung klinische Belege, und für keinen gemessenen Endpunkt – Leberwerte, Giftstoffausscheidung, Entzündungsmarker – wurde in einer kontrollierten Studie am Menschen eine Besserung durch die Einnahme von Luzerne gezeigt.
- Liefert eine unbedenkliche Grundversorgung mit Nährstoffen Begrenzte Evidenz
Auf dem Papier ist Luzerne nährstoffreich, doch der Gehalt an L-Canavanin ist ein echtes Problem: Diese Nicht-Protein-Aminosäure löste bei Primaten und in Fallberichten am Menschen ein reversibles Lupus-ähnliches Syndrom aus, und für Luzernetabletten wurde berichtet, dass sie einen ruhenden systemischen Lupus erythematodes wieder aufflammen lassen. Das unterscheidet sie von anderen Grünpulvern, für die kein dokumentiertes Autoimmunsignal besteht.
Dosierung & Sicherheit
Einnahme
Wechselwirkungen
Mit Medikamenten
- Phenprocoumon, Warfarin und andere Vitamin-K-Antagonisten
Luzerne enthält sehr viel Vitamin K, wirkt diesen Medikamenten direkt entgegen und senkt die INR. verzichten Sie unter Vitamin-K-Antagonisten vollständig darauf
- Ciclosporin, Tacrolimus, Azathioprin und andere Immunsuppressiva
Für L-Canavanin wurde gezeigt, dass es Autoimmunphänomene auslöst und damit dem Zweck des Medikaments zuwiderläuft; unabhängig davon zählen rohe Luzernesprossen bei Menschen mit unterdrückter Immunabwehr zu den häufigsten Überträgern von Salmonellen und E. coli. meiden Sie Luzerne-Präparate und rohe Sprossen vollständig
- Tamoxifen, Aromatasehemmer und Hormontherapie
Die Phytoöstrogene der Luzerne können einer hormongerichteten Behandlung entgegenwirken oder sie verstärken. verwenden Sie es bei hormonempfindlichem Krebs oder unter Hormontherapie nicht ohne onkologischen Rat
Nur gut belegte Wechselwirkungen; dies ist keine vollständige Liste. Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker immer darüber, was Sie einnehmen.
Häufige Fragen
Senkt Alfalfa den Cholesterinspiegel?
Die Evidenz für Alfalfa (Luzerne) ist begrenzt: Die oft zitierte LDL-Senkung stammt aus einer kleinen Studie von 1987, in der acht Patienten rund 120 g erhitzte Luzernesamen pro Tag aßen. Das ist nicht mit Blatttabletten zu 500-1000 mg vergleichbar und wurde nie in einer modernen kontrollierten Studie bestätigt.
Ist Alfalfa bei Lupus oder Autoimmunerkrankungen gefährlich?
Ja, Alfalfa enthält L-Canavanin, das Autoimmunphänomene auslösen kann; Luzernesamen und -tabletten wurden in Fallberichten mit Lupus-Schüben und Lupus-ähnlichen Syndromen in Verbindung gebracht. Bei SLE, anderen Autoimmunerkrankungen oder entsprechender Familienanamnese sollten Sie Alfalfa vollständig meiden.
Hilft Alfalfa bei Wechseljahresbeschwerden?
Das ist nicht belegt: Alfalfa enthält Phytoöstrogene wie Cumestrol, doch keine ausreichend kontrollierte Studie hat Luzerne allein bei Hitzewallungen geprüft. Bei hormonempfindlichen Erkrankungen oder unter Tamoxifen sind diese östrogen wirksamen Stoffe eher ein Grund zur Vorsicht.
Darf man Alfalfa mit Blutverdünnern einnehmen?
Nein, unter Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Warfarin sollten Sie ganz auf Alfalfa verzichten, weil der sehr hohe Vitamin-K-Gehalt der Wirkung entgegenwirkt und die INR senkt. Rohe Luzernesprossen sollten Menschen mit geschwächtem Immunsystem wegen Salmonellen und E. coli meiden.
Wissenschaftliche Quellen
Wo kaufen
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